Über mich 

Ich bin im Sommer 1968 im Freiamt, Kanton Aargau auf die Welt gekommen. In einer Zeit gross geworden, als das Aufmerksamkeitsdefizit-  und Hyperaktivität-Syndrom (ADHS) noch unbekannt war. Damals dachte die Gesellschaft noch, die Erziehung der Eltern oder der Schule würden reichen, um den Kindern einen erfolgreichen Start ins Leben zu garantieren. Das dies nicht so ist, zeigt meine Geschichte. Ich erlebte eine schwierige Schulzeit und dennoch eine schöne Kindheit, die geprägt war von Freiheit und Vertrauen in mich. In der Gärtnerlehre noch mehr schlecht als recht, konnte ich etwas aus mir machen, wie man so schön sagt.

Entscheidend wie es einem Mensch mit  ADHS und ADS ergeht, ist  immer  damit verknüpft, wie das Umfeld  damit  umgehen  kann. Ich erlebte  verschiedene Umstände. Mein Weg führte mich um die Welt. Jahrelang  zog ich als Traveller, falls immer möglich, mit  dem Rucksack, die Freiheit im Rücken, um die Welt. Besuchte  seine Heiligkeit den Dalai Lama in Dharamsala, Beat Richner in  Kambotscha  und  traf Patti Smith  am Grab von Hermann Hesse.

In dieser Zeit geriet mein Handicap fast schon in den Hintergrund. Immer wieder jedoch zeigte es sich auch von ihrer heimtückischen Seite und mit 44 Jahren beschloss ich, nach erneuten herausforderten Lebensumständen, eine Abklärung in der Praxis von Frau Dr. Davatz in Baden durchzuführen. Vier Jahre nach der Diagnose, probierte ich das Medikament Ritalin aus. Durch das Buch "Platzspitzbaby" von Michele Halbheer führte mein Weg zu der Autorin Franziska K. Müller. Sie hat mit mir zusammen das Manuskribt geschrieben welches für die Buchvorlage diente. Im Cameo Verlag, von Gabriel Palacios, sollte dann im April dieses Jahres die Veröffentlichung sein. Und just dann, kam der Lockdown. Die Läden wurden geschlossen und der Buchhändler konnte die im Frühling geplanten Bücher, nicht mehr vorstellen in den Buchläden. Nun ist aber klar, dass mein Buch nun mit dem Herbstkatolog unterwegs sein und im November  2020 in jedem Bauchladen erhältlich sein wird. 

Warum zum Teufel Ritalin?

Ob es vom Teufel ist, dieses Medikament, darf jede Person selber entscheiden. Für mich war es ein Geschenk, welches ich erst spät in meinem leben auspacken durfte. Es ermöglicht mir nun, ein Buch zu lesen. Ein Kaffee zu trinken ohne gleich weiter zu müssen. Und ganz wichtig, ich kann gelassener durch das Leben gehen, ohne mich ständig wegen Kleinigkeiten ärgern zu müssen. 

Das Buch soll informieren, nicht ideologisch, sondern mit einen ganzheitlichen Blick auf die Diagnose ADHS /ADS und Ritalin. Vor - und Nachteile erläutern und abwägen. Ob dieses Buch (Neben)Wirkungen mit sich bringt, entscheidet jeder Leser und Leserin selber.    

Stephan Rey im September 2020